Erstkontakt zur Triumph Speed Triple 1050 Bj. 2005

Die Triumph Speed Triple hat seit jeher die Meinungen gespalten.
Von genialem Design bis zum häßlichen Entlein reichen die Meinungen.
Auch das 2005er Modell bleibt dieser Tradition treu und wird für mannigfaltige Diskussionen sorgen.

Triumph Speed Triple 1050 Gesicht mit den beiden charakteristischen Doppelscheinwerfern   T5net Member "Hebbe" bei der Präsentation von Triumphhändler Motorcorner in Wangen

 

Auf den ersten Blick fällt das sehr kurze Heck mit den beidseitig hochgezogenen Auspufftöpfen auf, doch je länger der Blick umherschweift es finden sich selbst im kleinsten Detail noch neue technischen Lösungen, Schwünge und Stilelemente die allesamt zeigen das hier ein von Grund auf neu konzipiertes Motorrad vor dir steht.

Wie beispielsweise die geänderte Kupplungsanlenkung, die eine leichtgängige Bedienbarkeit ermöglicht, die komplett neue Keihin Einspritzanlage mit Doppeldrosselklappentechnik, die für ein sauberes extrem druckvolles Ansprechverhalten in allen Drehzahlbereichen sorgt, ein programmierbarer Schaltblitz, das geänderte, nun wirklich in feinen Bereichen einstellbare Federbein mit der neuen Umlenkung, die sauber ansprechende Upside-down Gabel, die verstärkte Einarmschwinge.... ich könnte hier noch seitenlang über die Änderungen berichten.
Unterm Strich bleibt die Erkenntniss das sich die Optimierungen und gänzlich neuen Teile gelohnt haben.
Es gibt keinen fahrdynamischen Bereich in dem die Triumph Speed Triple 1050 nicht agiler, druckvoller und satter reagiert als ihre Vorgänger!

   

 

Schon beim aufsitzen stellt sich ein Gefühl des "nach Hause kommens" ein. Wie von selbst finden Hände und Füße ihren angestammten Platz. Versammelt, leicht sportlich, doch dabei ungemein bequem und aufrecht über allem thronend stellt sich sofort das "King of the Road" Feeling ein, wie wir es von bisherigen Modellen kennen und lieben gelernt haben.

Nach ein paar Kurbelwellumdrehungen springt der große Drilling auch bei den unwirtlichen Temperaturen des Februars sofort an. Wohlig brabbelnd massiert die dumpfe Tonfolge das Trommelfell. Wie bei den seeligen T300 Vergaser- Speed Triple Modellen ergibt sich ein Klangteppich der sich nachhaltig in die tiefsten Gehrinwindungen frisst und für eine Gänsehaut sorgt. Ja,.... so muß ein Triple klingen!

Triumph speed Triple 1050 - Soundsystem Serie   amtsschimmelregularien

 

Leicht rastet der erste Gang ein und los geht es. Mit unglaublich viel Druck schiebt das Bike bereits bei niedrigen Drehzahlen voran. Kunststück, wuchtet die Gute doch bereits bei 3.400 U/min schon 100Nm Drehmoment ans Hinterrad. Für die gefühlvollen Gasanzupfer ein berauschendes Erlebnis. Grobmotoriker werden sich über die Wheelies quasi aus dem Stand heraus freuen. War seinerzeit der Sprung vom 885ccm auf den 955ccm Motor schon ein deutlicher Gewinn, kommt die 1050er im Vergleich zum 955er Motor einem Quantensprung nahe. Aus den Tiefen des Drehzahlkellers bis zum Erreichen des Drehzahlbegrenzers kennt dieser Antrieb nur eins, Schub bis zum geht nicht mehr. Bei ca. 6.000 U/min bläst er mit einem freudigen Hallali zum Sturm und mit über 130PS auf die nächste Kurvenkombination zu.

Triumph speed Triple 1050 - Leistungsprüfstandsmessung

Sanft fangen die hervorragenden Bremsen das Geschoß wieder ein. Durch das fein ansprechende Fahrwerk fühlt man sich als Fahrer stets bestens über den Gripzustand der Reifen informiert, so das auch schon bei den recht frostigen Temperaturen eine flotte Gangart möglich ist. Aber nur nicht übertreiben, das gute Stück darf in Hockenheim noch beweisen was wirklich möglich ist.
Schließlich geht es noch auf ein freies Stück Autobahn. Ruckzuck steht die fette 2 im Digitaltacho und die beiden anderen Zahlenwerte steigen ständig weiter. Selbst mit den dicken Winterklamotten zieht die Speed Triple 1050 noch bei 240km/h pendelfrei, stoisch ihre Bahn. Wirklich wieder einmal gelungen was Triumph da geschaffen hat, handlich und doch spurstabil bei Topspeedwerten.

Was wirklich noch geht soll ein anderer, zum Beispiel am Ostersamtag in Hockenheim bei den 1000km, bei etwas freundlicheren Temperaturen probieren.
Jetzt gehts erstmal wieder zurück, wo schon eine heiße Tasse zum aufwärmen, dampfend wartet.
Aber der Gedanke das es bald, sehr bald schon eine weitere Fahrt geben wird, wärmt viel mehr.

Stuntweltmeister Kevin Carmichael beim testen der Spurstabilität



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Fotos: STefan, Hebbe, SimonT509
Text: GerT - 18.02.2005