Kurze Geschichte der Triumph Motorräder

(Diese Chronologie wird laufend ergänzt und upgedatet)

Marlon Brando in den 50er Jahren

Britische Motorräder galten jahrzehntelang als Nonplusultra im sportlichen Motorradbau. Doch diese Erfolge machten die Hersteller arrogant und innovationsfeindlich. Einen kleinen Überblick über die englische Motorrad-Geschichte bietet Motorrad.net an. Einfach hier klicken.

Triumph begann wie viele andere Motorrad-Hersteller als Fahrrad-Produzent. Ab 1900 baute die Firma dann ihr erstes motorisiertes Zweirad, wobei zunächst kleine Motoren in Fahrrad-Rahmen hineingezwängt wurden. Schon früh griffen auch andere Motorrad-Bauer wie Minerva auf die Motoren von Triumph zurück - eine inzwischen wieder von Benelli aufgegriffene Tradition.

Die gute alte Bonnie von 1961Triumphs große Erfolge vor und nach dem 2. Weltkrieg erlaubten es dem Unternehmen, in diverse Marktbereich vorzustoßen. Zeitweise baute Triumph Ein-, Zwei-, Drei und Vierzylinder. Nicht nur Motorräder, auch Mopeds und Roller kamen aus den Triumph-Werkstätten. Die wohl erfolgreichste Zeit der Firma liegt in den 60er Jahren - damals galten Triumph-Motorräder fast als Inbegriff sportlicher, schneller Motorräder. In Deutschland waren die Maschinen allerdings nur selten anzutreffen, weil verhältnismäßig teuer waren.

Anfang der 70er Jahre vermochte es Triumph aber immer weniger, den neuen, schnellen, technisch innovativen und zudem preiswerten japanischen Motorrädern etwas entgegenzusetzen. Zwar gab es noch einige Erfolge bei internationalen Rennen, doch die Verkaufszahlen gingen in den Keller. 1973 machte der größte Teil der Firma dicht.

Die Wiedergeburt von Triumph in den 90er Jahren ist mit einem einzigen Namen verbunden: John Bloor. Er setzte auf hohe Qualität, innovative Ideen und ein neues Motoren-Konzept: den Dreizylinder. Mit dem wachsenden Erfolg der neuen Triples konnte es sich Triumph Anfang 2000 leisten, in einen heiß umkäpmften Markt einzutreten: den der 600er Supersportler-Vierzylinder. Der Triple aber ist weiter das Rückrat der Firma.
 
1887 Die Deutschen Siegfried Bettman and Mauritz Schulte gründen eine Fahrrad-Manufaktur mit dem Namen New Triumph Co. Ltd., später ändern sie den Namen aber in Triumph Cycle Co. Ltd.
1888 Triumph erwirbt eine kleine ehemalige Band-Weberei in der Much Park Street in Coventry, um eigene Fahrräder herzustellen. Das Startkapital in Höhe von 650 Pfund stammt von den Eltern von Bettmann und einigen von Schultes Angehörigen.
1889 Beginn der Fahrradproduktion, die Firma zieht in dieMuch Park Street um..
1902 Bau des ersten Triumph-Motorrades in einem Fahrrad-Rahmen, zunächst mit einen 2,25 PS-Motor von Minerva. Kurz darauf verwendet Triumph auch JAP- und Fafnir-Motoren.
1904 Triumph baut die Motoren jetzt nach der "neuen" Werner-Lage in die Rahmen ein.
1905 Triumph beginnt mit dem Bau eigener Motoren; der erste Motor verfügt über 363 Kubikzentimeter. 
1910 Der Triumph-Motor ist auf 499 Kubikzentimeter gewachsen. Triumph führt ein eigenes Kupplungs-System ein, die Hub-Kupplung.
1913 Vorstellung eines 225-Kubikzentimeter - Zweitaktmotors namens Junior.
1915 Im Modell "H" wird erstmals ein Dreigang-Getriebe verwendet, das jahrelang in großen Stückzahlen im 1. Weltkrieg eingesetzt wird.
1920 Ein 550-Kubikzentimeter-Motor kommt auf den Markt.
1921 Ein neuer Zylinderkopf mit vier Ventilen erscheint für eine "Sport"-Version des 550-Kubikzentimeter-Motors.
1923 Triumph kündigt einen technisch sehr fortschrittlichen 350-Kubikzentimeter-Motor an, den "LS ". Allerdings findet das Modell kaum Käufer. 
Das bis dato sehr populäre Modell "Junior" wird durch einen auf 249 Kubikzentimeter aufgebohrten Motor ersetzt, der zugleich über eine Kupplung und einen Kickstarter verfügte. Das Modell "Riccy" erscheint. Und auch die ersten Triumph-Automobile werden entwickelt: das Modell 10/20, einen offenen Wagen mit einem 23.5 PS-Motor und einem 1393 Kubikzentimeter großen Vierzylinder-Motor, der bis 1925 gebaut wird.
1924 Triumph führt das beliebte Modell P" ein, ein preiswertes Motorrad mit einem 494 Kubikzentimeter-Motor und einem Ventil. Diese Baureihe verkauft sich sehr gut.
1925  Das Junior-Modell mit 225 Kubikzentimeter-Motor wird nicht länger produziert.
1932 Eine neue Baureihe mit Ein-Ventil-Motoren zwischen 250 und 500 Kubikzentimtern erscheint.
1936 Triumph verkauft seinen Motorrad-Bereich an Jack Sangster verkauft. dem die Marke Ariel gehört. Triumph hofft, sich während der Wirtschafts-Depression auf diese Weise besser auf den Auto-Bau konzentrieren zu könenn. Sangster stellt den 35-jährigen Edward Turner als Chief designer und General Manager ein.
1937 Das von Edward Turner konstruierte Speed Twin-Modell mit 498 Kubikzentimeter-Motor erscheint.
1951 Triumph wird an die BSA-Gruppe verkauft. Die Triumph-Baureieh wird dominiert durch Parallel-Twins mit bis zu 650 Kubikzentimetern, die in großen Stückzahlen in die USA exportiert werden.
1954 Triumph konstruiert einen kleinen 150 Kubikzentimeter-Einzylinder-Motor.
1956 Die Triumph Thunderbird 650 erscheint.
1957 Ein Zweizylinder mit 350 Kubik erscheint.
1959 Die berühmte 650-Kubik-Bonneville wird erstmals hergestellt. 
1967 John Harlte gewinnt die Isle of Mann production - TT 
1968 Der Dreizylinder Trident (der auch in der berühmten BSA Rocket 3 verwendet wird) mit 740 Kubik kommt auf den Markt. Kurz danach erscheinen Twins mit 500 und 650 Kubik. Ein 250-Kubik-Einzylinder von BSA wird von Triumph verwendet.
1969 Die Triumph Trident 750 erscheint
Die Triumph T150 Trident erscheint
1973 Die BSA/Triumph Gruppe bricht zusammen. Die Überreste kommen an Norton-Villiers und bilden künftig die Norton Villiers Triumph (NVT)-Gruppe.
1975 Nach langen Streitigkeiten baut eine Arbeiter-Kooperative in Meriden 750-Kubik-Zweizylinder mit Triumph-Technik. Die Produktion der beliebten Tridents wird durch NVT bis 1977 fortgesetzt. Bild einer T160 von 1975
1977 NVT hat ernste finanziele Schwierigkeiten und stellt die Produktion ein.
1983 Auch die Arbeiter-Kooperative in Meriden bricht zusammen. Die Namensrechte an Triumph werden an den Geschäftsmann John Bloor verkauft.
1984 Die Meridian-Produktionsstätten werden abgerissen.
1985 Eine kleine Zahl von 750-Kubik-Paralleltwins wird weiterhin von dem Hersteller Les Harris produziert. Bloors Team entwickelt völlig neue Motoren und Maschinen.
1988 Les Harris beendet die Produktion der 750-Kubik-Paralleltwins.
1990 Bloor weiht die völlig neue Fabrik in Hinkley ein und produziert zunächst Motoren zwischen 120 und 750-Kubikzentimetern mit Wasserkühlung mit drei und vier Zylindern. Später folgen Motoren von 900 und 1200 Kubik.
1997 Triumph bringt eine völlig neue Maschine heraus, die Daytona T595 (später umgetauft in 955i), außerdem folgt kurz darauf das nicht minder spektakuläre Naked-Bike Speed Triple T509. Diese beiden Motoren begründen eine Abkehr vom reinen Baukasten-System und stellen eine klare Herausforderung an die japanischen Motorrad-Bauer dar. Designmäßig sind beide Motorräder eine Kampfansage an die bis dato dominierenden Italiener.
1999 Triumph baut neben dem "alten" Werk eine neue Betriebsstätte, die für die Zukunft Kapazitätsreserven hat.
2000 Triumph wagt sich mit der TT600 auf den hart umkämpften Markt der Vierzylinder-Supersportler.