Britische Motorräder galten jahrzehntelang als Nonplusultra im sportlichen Motorradbau. Doch diese Erfolge machten die Hersteller arrogant und innovationsfeindlich. Einen kleinen Überblick über die englische Motorrad-Geschichte bietet Motorrad.net an. Einfach hier klicken.
Triumph begann wie viele andere Motorrad-Hersteller als Fahrrad-Produzent. Ab 1900 baute die Firma dann ihr erstes motorisiertes Zweirad, wobei zunächst kleine Motoren in Fahrrad-Rahmen hineingezwängt wurden. Schon früh griffen auch andere Motorrad-Bauer wie Minerva auf die Motoren von Triumph zurück - eine inzwischen wieder von Benelli aufgegriffene Tradition.
Triumphs
große Erfolge vor und nach dem 2. Weltkrieg erlaubten es dem Unternehmen,
in diverse Marktbereich vorzustoßen. Zeitweise baute Triumph Ein-,
Zwei-, Drei und Vierzylinder. Nicht nur Motorräder, auch Mopeds und
Roller kamen aus den Triumph-Werkstätten. Die wohl erfolgreichste
Zeit der Firma liegt in den 60er Jahren - damals galten Triumph-Motorräder
fast als Inbegriff sportlicher, schneller Motorräder. In Deutschland
waren die Maschinen allerdings nur selten anzutreffen, weil verhältnismäßig
teuer waren.
Anfang der 70er Jahre vermochte es Triumph aber immer weniger, den neuen, schnellen, technisch innovativen und zudem preiswerten japanischen Motorrädern etwas entgegenzusetzen. Zwar gab es noch einige Erfolge bei internationalen Rennen, doch die Verkaufszahlen gingen in den Keller. 1973 machte der größte Teil der Firma dicht.
Die Wiedergeburt von Triumph in den 90er
Jahren ist mit einem einzigen Namen verbunden: John Bloor. Er setzte auf
hohe Qualität, innovative Ideen und ein neues Motoren-Konzept: den
Dreizylinder. Mit dem wachsenden Erfolg der neuen Triples konnte es sich
Triumph Anfang 2000 leisten, in einen heiß umkäpmften Markt
einzutreten: den der 600er Supersportler-Vierzylinder. Der Triple aber
ist weiter das Rückrat der Firma.
| 1887 | Die Deutschen Siegfried Bettman and Mauritz Schulte gründen eine Fahrrad-Manufaktur mit dem Namen New Triumph Co. Ltd., später ändern sie den Namen aber in Triumph Cycle Co. Ltd. |
| 1888 | Triumph erwirbt eine kleine ehemalige Band-Weberei in der Much Park Street in Coventry, um eigene Fahrräder herzustellen. Das Startkapital in Höhe von 650 Pfund stammt von den Eltern von Bettmann und einigen von Schultes Angehörigen. |
| 1889 | Beginn der Fahrradproduktion, die Firma zieht in dieMuch Park Street um.. |
| 1902 | Bau des ersten Triumph-Motorrades in einem Fahrrad-Rahmen, zunächst mit einen 2,25 PS-Motor von Minerva. Kurz darauf verwendet Triumph auch JAP- und Fafnir-Motoren. |
| 1904 | Triumph baut die Motoren jetzt nach der "neuen" Werner-Lage in die Rahmen ein. |
| 1905 | Triumph beginnt mit dem Bau eigener Motoren; der erste Motor verfügt über 363 Kubikzentimeter. |
| 1910 | Der Triumph-Motor ist auf 499 Kubikzentimeter gewachsen. Triumph führt ein eigenes Kupplungs-System ein, die Hub-Kupplung. |
| 1913 | Vorstellung eines 225-Kubikzentimeter - Zweitaktmotors namens Junior. |
| 1915 | Im Modell "H" wird erstmals ein Dreigang-Getriebe verwendet, das jahrelang in großen Stückzahlen im 1. Weltkrieg eingesetzt wird. |
| 1920 | Ein 550-Kubikzentimeter-Motor kommt auf den Markt. |
| 1921 | Ein neuer Zylinderkopf mit vier Ventilen erscheint für eine "Sport"-Version des 550-Kubikzentimeter-Motors. |
| 1923 | Triumph kündigt einen technisch sehr fortschrittlichen 350-Kubikzentimeter-Motor
an, den "LS ". Allerdings findet das Modell kaum Käufer.
Das bis dato sehr populäre Modell "Junior" wird durch einen auf 249 Kubikzentimeter aufgebohrten Motor ersetzt, der zugleich über eine Kupplung und einen Kickstarter verfügte. Das Modell "Riccy" erscheint. Und auch die ersten Triumph-Automobile werden entwickelt: das Modell 10/20, einen offenen Wagen mit einem 23.5 PS-Motor und einem 1393 Kubikzentimeter großen Vierzylinder-Motor, der bis 1925 gebaut wird. |
| 1924 | Triumph führt das beliebte Modell P" ein, ein preiswertes Motorrad mit einem 494 Kubikzentimeter-Motor und einem Ventil. Diese Baureihe verkauft sich sehr gut. |
| 1925 | Das Junior-Modell mit 225 Kubikzentimeter-Motor wird nicht länger produziert. |
| 1932 | Eine neue Baureihe mit Ein-Ventil-Motoren zwischen 250 und 500 Kubikzentimtern erscheint. |
| 1936 | Triumph verkauft seinen Motorrad-Bereich an Jack Sangster verkauft. dem die Marke Ariel gehört. Triumph hofft, sich während der Wirtschafts-Depression auf diese Weise besser auf den Auto-Bau konzentrieren zu könenn. Sangster stellt den 35-jährigen Edward Turner als Chief designer und General Manager ein. |
| 1937 | Das von Edward Turner konstruierte Speed Twin-Modell mit 498 Kubikzentimeter-Motor erscheint. |
| 1951 | Triumph wird an die BSA-Gruppe verkauft. Die Triumph-Baureieh wird dominiert durch Parallel-Twins mit bis zu 650 Kubikzentimetern, die in großen Stückzahlen in die USA exportiert werden. |
| 1954 | Triumph konstruiert einen kleinen 150 Kubikzentimeter-Einzylinder-Motor. |
| 1956 | Die Triumph Thunderbird 650 erscheint. |
| 1957 | Ein Zweizylinder mit 350 Kubik erscheint. |
| 1959 | Die berühmte 650-Kubik-Bonneville wird erstmals hergestellt. |
| 1967 | John Harlte gewinnt die Isle of Mann production - TT |
| 1968 | Der Dreizylinder Trident (der auch in der berühmten BSA Rocket 3 verwendet wird) mit 740 Kubik kommt auf den Markt. Kurz danach erscheinen Twins mit 500 und 650 Kubik. Ein 250-Kubik-Einzylinder von BSA wird von Triumph verwendet. |
| 1969 | Die Triumph Trident 750 erscheint
Die Triumph T150 Trident erscheint |
| 1973 | Die BSA/Triumph Gruppe bricht zusammen. Die Überreste kommen an Norton-Villiers und bilden künftig die Norton Villiers Triumph (NVT)-Gruppe. |
| 1975 | Nach langen Streitigkeiten baut eine Arbeiter-Kooperative in Meriden 750-Kubik-Zweizylinder mit Triumph-Technik. Die Produktion der beliebten Tridents wird durch NVT bis 1977 fortgesetzt. Bild einer T160 von 1975 |
| 1977 | NVT hat ernste finanziele Schwierigkeiten und stellt die Produktion ein. |
| 1983 | Auch die Arbeiter-Kooperative in Meriden bricht zusammen. Die Namensrechte an Triumph werden an den Geschäftsmann John Bloor verkauft. |
| 1984 | Die Meridian-Produktionsstätten werden abgerissen. |
| 1985 | Eine kleine Zahl von 750-Kubik-Paralleltwins wird weiterhin von dem Hersteller Les Harris produziert. Bloors Team entwickelt völlig neue Motoren und Maschinen. |
| 1988 | Les Harris beendet die Produktion der 750-Kubik-Paralleltwins. |
| 1990 | Bloor weiht die völlig neue Fabrik in Hinkley ein und produziert zunächst Motoren zwischen 120 und 750-Kubikzentimetern mit Wasserkühlung mit drei und vier Zylindern. Später folgen Motoren von 900 und 1200 Kubik. |
| 1997 | Triumph bringt eine völlig neue Maschine heraus, die Daytona T595 (später umgetauft in 955i), außerdem folgt kurz darauf das nicht minder spektakuläre Naked-Bike Speed Triple T509. Diese beiden Motoren begründen eine Abkehr vom reinen Baukasten-System und stellen eine klare Herausforderung an die japanischen Motorrad-Bauer dar. Designmäßig sind beide Motorräder eine Kampfansage an die bis dato dominierenden Italiener. |
| 1999 | Triumph baut neben dem "alten" Werk eine neue Betriebsstätte, die für die Zukunft Kapazitätsreserven hat. |
| 2000 | Triumph wagt sich mit der TT600 auf den hart umkämpften Markt der Vierzylinder-Supersportler. |