MO-Redakteur Johannes Riegsinger, bekennender Triumph-Fan, hat sich drei
Maschinen für einen Vergleich herausgesucht, die nicht ganz dem R1-Standard
entsprechen: Neben der Daytona die Suzuki TL 1000 R und die nicht mehr
ganz taufrische, aber dennoch sehr interessante Kawasaki ZX-7R. Aus dem
Artikel in Heft 11/1999, Seite 6 bis 18, stammen seine folgenden Zusammenfassungen.
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Mit der Nachfolgerin der alten, vergaserbestückten Daytona gelang Triumph vor nun drei Jahren ein großer Wurf. Die T595 markierte den Kompromiß zwischen japanischer Vierzylinderperfektion und italienischem Charakter. Etliche Modellpflegestationen später besetzt die markante Daytona 955i immer noch dieselbe Position und geht als eine feste Größe im Sportmotorrad-Markt ins nächste Jahrhundert. |
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In dieser Form ist die ZX-7R nun schon seit 1996 zu haben - unter Supersportlern bezeichnet man das als gereift, böse Zungen sprechen von überaltert. Nichtsdestotrotz ist die ZX-7R vor allem für Leute, die fahrstabile, durchzugstarke Sportmotorräder mit solider Vierzylindertechnik mögen, erste Wahl. |
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Nach der Skandalnudel TL 1000 S beglückt Suzuki die Twinszene mit dem Superbike Bomber TL 1000 R. Ungewöhnliche Technik und extravagante Optik prägen die eindrucksvolle Maschine. |
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| Daytona 955i
17 Punkte - sehr gut |
Kawasaki ZX-7R
15 Punkte - gut |
Suzuki TL 1000 R
14 Punkte - gut |
| Motor: ++
Kein Chokehebel. Benötigt ein paar Umdrehungen bis der Motor anspringt. Sehr kurze Warmlaufphase mit schlechter Gasannahme. Warm hervorragende Reaktion auf Gashandbefehle, Konstantfahrruckeln bei gleichmässiger Fahrt. Kräftiges Anfahrdrehmoment, ungemein strammer Druck durch die Mitte. Spürbares, kaum störendes Leistungsloch zwischen 5500/min und 6500/min. Kaum Lastwechsel. Spürbar arbeitendes Triebwerk, ohne unangenehme Vibrationen. Einzigartiger Dreizylinder-Motorsound. |
Motor: ++
Choke am Lenker. Startet bei gezogenem Choke mit Gasgriffhilfe. Choke-Dosierung bei warmen Außentemperaturen schwierig. Mittellange Warmlaufphase mit schlechter Gasannahme. Gasgriff leichtgängig. Gute Straßenabstimmung. Packt im unteren Drehzahlbereich kräftig an, druckvoller Schub und energische Drehfreude bis über 12000/min. Kein ausgeprägt harter Leistungseinsatz bei Lastwechseln. Feine Motorvibrationen über den gesamten Drehzahlbereich in den Lenkerenden deutlich spürbar. Motor gibt sich vom Leerlauf bis zur Höchstdrehzahl rauh. Olkontrolle mittels Schauglas. |
Motor: ++
Läuft auf Knopfdruck sofort rund, spontane, direkte Gasannahme. Gutes Anfahrdrehmoment. Twin dreht locker und unangestrengt. Kaum Vibrationen bis 8000/min, darüber akzeptable Schwingungen, die nicht lästig werden. Druckvolle Leistungsentfaltung ab 7000/min. Im letzten Gang ab 2000/min bei behutsamem Gasaufziehen fahrbar. Dreht willig bis an den Begrenzer bei 11 000/min. Angenehmer Sound und für einen stark gedämpften Straßen-Zweizylinder überragendes Topend-Leistungangebot. Dafür Drehmoment-Einbußen bei unteren bis mittleren Drehzahlen. Leichte Tendenz zum Absterben bei plötzlich gezogener Kupplung an unserer Testmaschine. Ölkontrolle mittels Schauglas. |
| Kupplung und Getriebe: +
Gut trennende und dosierbare Kupplung, seilzugbetätigt, mit akzeptabler Handkraft. Gut abgestuftes Getriebe mit extrem kurzen Schaltwegen. Prinzipiell präzise einrastende Schaltstufen, jedoch knorpelndes Schaltfeeling, bereits bei nur leicht nachlässiger Schaltarbeit findet man sich bisweilen zwischen den Gängen, oder die Gangstufen rasten nicht endgültig ein. |
Kupplung und Getriebe: +
Kupplung trennt kalt mäßig, braucht nach Ausrücken etwas Zeit. Trotzdem kräftiger Schlag beim Einlegen des ersten Gangs. Kupplung schlecht dosierbar. Gänge rasten einwandfrei, miftlere Bedienkraft bei kurzen Schaltwegen. Knackiges Sportgetriebe. Gute Leerlaufrastung. Einstellbarer Kupplungshebel.
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Kupplung und Getriebe: +
Leichtgängige Hydraulikkupplung. Dosierbarkeit mangelhaft. Starkes Rucken und Rupfen bei forciertem Einkuppeln. Kurze Schaltwege, klare Rastung. Knorpelndes Schaltgefühl. Sportlich enge Gangabstufung. |
| Fahrwerk: ++
Serienmäßige Bridgestone BT56-Reifen überzeugen durch gutmütige Haftung und hohe Eigendämpfung. Geschwindigkeitsunabhängig neutrales Einlenkverhalten mit hoher Präzision, wieselflinkes Handling, ohne kippelig oder flatterhaft zu sein. Stabiler Geradeauslauf mit gutmütigem Lenkerzucken auf harten Fahrbahnabsätzen. Der 190er Reifen hinten läuft in Schräglage gerne Längsrillen nach und stellt über Bodenwellen leicht auf. Gabel spricht hervorragend an. Schräglagenfreiheit geht selbst im Rennstreckenbetrieb in Ordnung |
Fahrwerk: ++
Die ZX-7R liegt sehr stabil, fordert aber deutlichen fahrerischen Einsatz.
Hervorragende Spurhaltung in schnellen, weiten Radien. Beherrschbares Aufstellmoment
beim Bremsen in Schräglage. Gutmütig selbst bei extremer Fahrweise
und Höchstgeschwindigkeit. Voll einstellbares Fahrwerk, von
komfortabel bis sportlich hart justierbar. Im Stadtverkehr bei
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Fahrwerk: +
Stabiler Geradeauslauf bei hohem Tempo, aber nervös in der Lenkung.
Mutwilliger Lenkerzug bei hohem Tempo führt ebenso wie Bodenwellen
in starker Schrglage zu Uberreaktionen und kurzem Nachpendeln um die Lenkachse.
Bei fliessender Fahrweise behende und neutral, harte Fahrweise braucht
Nachdruck. Bei voller Schräglage leichtes Ubersteuern und wenig Rückmeldung.
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| Komfort: +
Hohes Gewicht an Einarmschwinge läßt kurze, trockene Schläge stehen. Trotzdem komfortable, einwandfreie Dämpferarbeit. Sitzposition sportlich. Gewöhnungsbedürtige, etwas nach aussengedrehte Position der Lenkerstummel. Rahmenrohre heizen sich rechts stark auf. Passabler Windschutz. Soziustauglichkeit kann durch Haltegriff aus dem Triumph-Zubehör gesteigert werden. |
Komfort: +
Sportliche Sitzposition mit weit nach vorn gebeugtem Oberkörper. Tief angebrachte Lenkerstummel, hohes Gewicht auf Unterarmen und Handgelenken. Soziusposition sehr hoch, mit einem für Sportmotorräder durchaus akzeptablen Sitzkomfort, deutliche Abwertung durch den rutschigen, weil lackierten Bezug. Windschutz der Verkleidung gut. |
Komfort: +
Sportlich flache Oberkörperhaltung bei moderatem Kniewinkel. Tankflanken leicht eingezogen, guter Knieschluß, Abstützen beim Bremsen möglich. Flache Verkleidungskuppel bietet erstaunlich guten Windschutz. Alibi-Soziusplatz, der spacige Eindruck entsteht erst durch den Entenbürzel. |
| Bremsen: +++
Wirkung der Doppelscheibe vorn ist 1 a, auf der letzten Rille ist die Bremse für Unachtsame und Schreckbremser zu giftig. Hinten eindeutig zu defensiv. Einstellbarer Handbremshebel. |
Bremsen: +++
Außerst effektive Bremsen kennzeichnen die Kawasaki. Starker Biß bei geringer Handkraft und gute Dosierbarkeit freuen Sportler wie Alltagsfahrer gleichermassen. Bremsscheiben aus Stahl. |
Bremsen: ++
Wirkungsvoll, weiter Dosierbereich. Für die Straáe gut abgestimmt, aggressiv mit der Bremse arbeitende Fahrer und Racer werden sich mehr Biss wünschen. Ein kleiner Wunsch nach etwas mehr Rückmeldung bleibt ebenfalls. |
| Fahrleistungen: ++
Hier macht sich die im Vergleich zum letztjährigen Modell leicht gesunkene Leistung bemerkbar. Trotzdem immer noch absolut konkurrenzfähig. |
Fahrleistungen: +++
Das ist eine 750er. Und sie läuft - Ram Air läßt grüßen - 259 km/h. Beschleunigung und Durchzugswerte sind bestechend, auch subjektiv wirkt die Kawasaki bärig und auf der Höhe der Zeit. |
Fahrleistungen: +++
Eine Zehntel langsamer von Null auf Hundert und nur 9 km/h weniger Topspeed
als die R1 - der fette Zackenbarsch TL-R geht fürchterlich!
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| Verbrauch: ++
Superbenzin. Im Testmittel 5,7 Liter auf 100 Kilometer. Geht auch unter fünf Litern und maximal über sieben Liter. Reichweite knapp 300 Kilometer. Lediglich Restsprit-Warnleuchte. |
Verbrauch: +
Im Alltagsbetrieb verbraucht die ZX-7R durchschnittlich 6,8 Liter Normalbenzin, der 18 Liter-Tank reicht dann für 260 Kilometer. Bei ruhiger Fahrweise auf der Landstraße ist die Kawa unter sechs Litern fahrbar. Beim Vollgasbraten auf der Autobahn steigt der Verbrauch über acht Liter. |
Verbrauch: +
Normalbenzin. Im Schnitt für die Leistung moderate 6,9 Liter, es geht auch unter fünf. Aus dem 17 Liter fassenden Tank läuft die TL-R runde 240 Kilometer, das ist auch zum Blasen am Wochenende okay. |
| Ausstattung: ++
Wertige Verarbeitung, liebevolle Details wie zum Beispiel Verkleidungsschnellverschlüsse. Umfangreicher Zubehörkatalog von Triumph (Alarmanlage, usw). |
Ausstattung: +
Verarbeitungsmäßig sticht die ZX-7R nicht aus der Masse hervor. Deutlich angegrauter Maschinenbaustandard, solide Erscheinung, keine Highlights im Detail. Plastikteile passen ordentlich. Nur Seitenständer. |
Ausstattung: +
Die Verarbeitungsqualität der TL 1000 R ist weitgehend in Ordnung, unterm Plastik lediglich die üblichen Schweißspritzer. Schlaue Fahrwerksfeatures erfreuen Race-Techniker und Materialfetischisten. Für Normalos gibt's Gepäckhaken. Nur durchschnittliche Lichtqualität. |
| Motorrad fürs Geld: ++
21990 Mark, Motorrad-Oberklasse. Die edel anmutende, wertig verarbeitete Maschine mit einzigartigem Charakter und prima Fahreigenschaften ist jeden Pfennig wert. |
Motorrad fürs Geld: +
Die Kawasaki (19160 Mark) bietet etwas veraltete, aber immer noch anmachende Superbike-Technik für den sportlichen Alltagsfahrer. Kaufanreiz ist in erster Linie der druckige Vierzylinder. |
Motorrad fürs Geld: ++
19950 Mark sind für die gebotene Technik ein mehr als reelles Angebot. Der Motor geht von Haus aus verschärft, die Maschine ist ungemein empfänglich für Tuning aller Art und hat darüber hinaus eine dicke Beule in der Hose... |